Von bösen und braven Fans
Salzburger Nachrichten, 28.1.2010, Michael Smejkal
Na, sapperlot, das waren ja bewegte Tage. 21.000 in Innsbruck, 25.000 in Bischofshofen, 85.000 in Kitzbühel, 60.000 am Kulm, 10.000 in Flachau, 50.000 jetzt in Schladming – der ÖSV lockte seit Anfang Jänner über eine Viertelmillion Zuschauer an Schanzen und Strecken. Das sind ja noch mehr Besucher als es die selbsternannten Experten, die dem Skisport seit Anfang der Neunzigerjahre den Tod voraussagen, bei ihren begeisternden Vortragsreihen haben.
Apropos Begeisterung. Die Stimmung in Schladming ist jedes Jahr wieder brodelnd und das scheint auch der hohen Politik immer wieder zu gefallen. Von Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann bis Finanzminister Josef Pröll waren alle da und alle lobten unisono, wie klass das Volksfest war. Klass und illegal zugleich: Denn seit 1. Jänner ist das Abbrennen von bengalischen Feuern in Österreich bei Sportveranstaltungen verboten. Gehandhabt wird das Gesetz typisch österreichisch: Spielt der brave Skifan mit Feuer und Rauch, ist das eine Hetz, die auch unseren Volksvertretern gefällt.
Zündet der Fußballfan den im Volksmund Bengalen genannten Leuchtkörper, steht die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel, dem Match droht der Abbruch und der Fan wird kriminalisiert. Was lernen wir daraus? Es gibt brave Fans, es gibt böse Fans und es gibt saublöde Vorschriften.



Friday 29. January 2010 um 13:23
Amen
Tuesday 2. February 2010 um 19:26
Mitzi,
beim Schifahren sind alle so liab und deppert, aber da liegt auch
die Gefahr.
Wurscht kick dieses Gesetz
lawbreaker