SV Austria Salzburg

SV Austria Salzburg

Postfach 1933, 5014 Salzburg

Es war einmal der SV Austria Salzburg, 3x Österreichischer Meister, UEFA-Cup Finalist und Championsleague Teilnehmer. Die letzten großen Erfolge lagen zwar schon einige Jahre zurück, man spielte keine entscheidende Rolle in der Meisterschaft und hie und da drückten die Finanzsorgen. Aber die Anhänger waren grundsätzlich zufrieden und die Welt halbwegs in Ordnung. Doch das sollte sich ändern …

Als im Frühjahr 2005 der Einstieg von Energy Drink Hersteller Red Bull bei der Salzburger Austria bekannt wurde, herrschte anfänglich große Euphorie unter den Fans. Viele waren der Meinung, dass nun endlich die Jahre der sportlichen Tristesse vorbei wären und man an die sportlichen Erfolge der 90er Jahre anknüpfen könnte. Mahnungen zur Vorsicht wurden abgetan, was sollte schon Schlimmes passieren, immerhin waren die Anhänger in den letzten Jahren Kummer gewohnt .

Doch schon bald stellte sich heraus, dass man sich wohl doch zu früh gefreut hatte. Erste Gerüchte wurden laut, Red Bull könnte in Erwägung ziehen den Verein der typischen Red Bull Produktlinie anzupassen und sogar die heiligen violett-weißen Vereinsfarben zu ändern.
Der Schock kam mit der Präsentation der neuen Dressen, die anstatt der Vereinsfarben Violett und Weiß, in Rot und Blau gehalten waren.

Und so wurde es immer deutlicher: der von Red Bull geplante Verein sollte mit der alten Austria Nichts mehr gemeinsam haben. “Die Zukunft beginnt jetzt, die Vergangenheit interessiert nicht.” bekam man von Seiten der neuen Vereinsführung zu hören und langsam wurde klar, Austria Salzburg war Vergangenheit.

Doch so einfach wollte die Anhängerschaft der Austria nicht aufgeben und den geliebten Verein der Marketingabteilung von Red Bull überlassen. Die Initiative Violett-Weiß wurde ins Leben gerufen um für die Anliegen der Anhänger, wie traditionelle violett-weiße Dressen oder Bekennen zur Geschichte der Salzburger Austria, zu kämpfen. Etliche Choreographien und Aktionen unter dem Motto “Violett-Weiß seit 1933″ wurden durchgeführt und immer mehr zeigte die Öffentlichkeit (vor allem außerhalb Salzburgs) Verständnis für die Fans.

Zwar sorgte die Initiative als unabhängige Sperrspitze der Anhängerklubs für ein gehöriges mediales Echo und konnte einiges erreichen – letztendlich allerdings konnte man sich in der Kernfrage der Dressen nicht mit Red Bull einigen bzw. wollte Red Bull in dieser Sache den Anhängern einfach nicht im geringsten die Hand reichen (Stutzen in violett und die Kapitänsschleife waren die Okkasion!).
Auch Proteste gegen die Vorgehensweise Red Bulls in zahlreichen Stadien Europas zeigten keine Wirkung und so verabschiedeten sich die Anhänger am 18. September 2005 von dem Verein, der ihrer Meinung nichts mehr mit der wahren Austria Salzburg zu tun hatte.

In den vergangen Monaten des Protests und des Kampfes gegen Red Bull wurde den Anhängern einmal ein weiser Rat vom sympathischen RB Trainer Kurt Jara gegeben: “Wenn es ihnen nicht passt, dann sollen sie doch selber einen Verein gründen” meinte der nette Herr.
Dies wurde dann auch in die Tat umgesetzt; am 7. Oktober 2005 wurde der SV Austria Salzburg wiedergeründet.

Seither wird intensiv an der Rückkehr der Salzburger Austria ins aktive Fussballgeschehen gearbeitet und nach dem aktuellen Stand der Dinge schaut es dafür recht gut aus. Geplant ist vorerst eine Kooperation mit dem PSV/SW Salzburg und der damit verbundene Einstieg in die Landesliga (4.Leistungsstufe). Sollte alles nach Plan verlaufen wird es spätestens im Sommer wieder eine “reine” Salzburger Austria geben. Eine Austria in violett-weiß, mit Herz und einer Anhängerschaft, die niemals aufgegeben hat.

Mit Stand Sommer 2006 gibt es eine pure Austria Salzburg und somit wurde das wahr, was eigentlich im Halbernst schon in zumindest drei Köpfen vor einem Jahr vorherrschte, aber noch dem Fünkchen Hoffnung der “Einigung” Tribut gezollt wurde. Damals hatten ja schon der Chef der Union 99, der Obmann von Absolut und der Kopf der TGS diese Gedanke geflochten, aber bis zu diesem Sommer nicht ausgekoren.

Im Endeffekt war es nach dem Scheitern mit dem PSV Gesamtverein (dieses dramatische Kapitel muss nochmals extra behandelt werden) aufgrund der internen Widerstände von diversen Fußballfeinden die einzige Lösung. So wurde in kürzester Zeit eine Mannschaft aus dem Boden gestampft, die nötige Infrastruktur ausverhandelt und mit Gönnern/Sponsoren der nötige Rückhalt gefunden. Noch ist nicht alles 100 prozentig so, dass nur mehr der Alltag vorherrscht, aber die Voraussetzungen sollten gestellt sein, damit ein rasanter Aufstieg in höhere Sphären als die 2.Klasse Nord keine Utopie bleibt.